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“Ich bin der Oberbefehlshaber von SPECTRE! Der Sonderbeauftragte für Spionageabwehr, für gezielten Terrorismus, für Vergeltungsmaßnahmen und auch für Erpressungen!“
Ernst Stavro Blofelds Eröffnung der Erpresserbotschaft an die NATO.


Ernst Stavro Blofeld ist der Gründer und Leiter der kriminellen Geheimorganisation SPECTRE und basiert auf der von Ian Fleming und Kevin McClory erdachten gleichnamigen Romanfigur.
Er ist der im Hintergrund agierende zweite Hauptantagonist in Sag niemals nie (Never Say Never Again) von Irvin Kershner aus dem Jahr 1983, dem bislang einzigen nicht von EON produzierten James Bond-Film, der somit nicht zum Hauptkanon gehört und außerhalb der “offiziellen“ 007-Reihe steht.

Verkörpert wurde der Perserkatzen-liebende, kriminelle Mastermind vom schwedischen Charakterdarsteller Max von Sydow (*1929; †2020).
In der deutschen Übersetzung wurde er von Wolfgang Kieling (*1924; †1985) synchronisiert.


Charakterbiographie[]

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Blofeld führt den Vorsitz der SPECTRE-Einsatzbesprechung.

Nach jahrelangen profitablen Unternehmungen in den Bereichen Terrorismus, Erpressung, Entführung und Drogenhandel, wagt sich die kriminelle Geheimorganisation SPECTRE unter der Leitung ihres Gründers und Anführers Ernst Stavro Blofeld an ihr wohl ambitioniertestes Unterfangen. Blofeld hat den Plan ersonnen, der NATO zwei Nuklearraketen zu stehlen, um damit von den Mitgliedsstaaten eine Art von jährlicher “Terror-Steuer“ in Höhe des Gegenwertes von 25% der Erdöleinkäufe der jeweiligen Länder zu erpressen.

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Blofeld lauscht dem Bericht seiner “Nummer 1“ Maximilian Largo (gespielt von Klaus Maria Brandauer).

Hierbei bedient er sich der unfreiwilligen Hilfe des US-Air-Force-Offiziers Captain Jack Petachi, den man heroinabhängig gemacht hat, um ihn unter Kontrolle zu halten. Auf Blofelds Anweisung hin, wurde ein komplizierter chirurgischer Eingriff an Petachis rechtem Auge vorgenommen, damit sein Retinamuster identisch mit dem des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika wird und er somit Zugriff auf die Raketen mit Nuklearsprengkopf erhält.

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Blofeld zeichnet die Erpresserbotschaft an die NATO auf.

Während er als Oberbefehlshaber aus der Sicherheit des SPECTRE-Hauptquartier heraus die Operation plant und koordiniert, ist dein direkter Untergebener Maximilian Largo damit beauftragt, für eine reibungslose Umsetzung zu sorgen und allfällige Mitwisser des Unternehmens zu beseitigen, darunter auch Captain Petachi als dieser seinen Zweck erfüllt hatte.

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Blofeld ist vom Erfolg seines Planes überzeugt.

Nachdem Largo die Raketen sichergestellt hat, wendet Blofeld sich in einer Videobotschaft, die ihn in altbekannter Manier nur bis auf Brusthöhe und mit seiner weißen Perserkatze auf dem Arm zeigt, direkt an die NATO, um seine Forderungen zu stellen und stößt in seinem innersten Zirkel bereits siegessicher mit Champagner an.

Was nach dem Tod Largos und dem Scheitern seines Masterplans aus ihm geworden ist, ist ungewiss, aber da Blofeld ein Überlebenskünstler ist, ist er vermutlich untergetaucht und lauert irgendwo im Verborgenen auf eine neue Gelegenheit, um eines Tages wieder zuzuschlagen.

Erscheinungsbild & Persönlichkeit[]

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Ernst Stavro Blofeld und seine charakteristische weiße Perserkatze.

Ernst Stavro Blofeld ist ein 1,93m großer, fast schon asketisch schlanker Mann in fortgeschrittenen mittleren Jahren mit schelmisch funkelnden, blauen Augen. Sein ergrautes Haar ist kurzgeschnitten und er trägt einen gepflegten Henriquatre-Bart.
Gekleidet ist er in einen gut sitzenden dreiteiligen, grauen Nadelstreifen-Anzug mit weinroter Fliege und einem zartfliederfarbenen Hemd, dessen Ärmelumschläge mit Manschettenknöpfen aus massivem Gold verschlossen sind. Aus der Brusttasche seines Jacketts ragt ein kleines Stückchen seiner Lesebrille hervor und sein Revers ziert ein roter Ansteck-Pin.

Er hat, wie bereits andere Filminkarnationen vor ihm ein Faible für weiße Perserkatzen, verfügt über ein äußerst ruhiges, souveränes Naturell und geht stets überlegt und besonnen vor. Seinen Masterplan hat er von langer Hand und unter Aufwendung umfangreicher finanzieller Investitionen vorbereitet.
Ganz im Sinne seines literarischen Gegenstücks ist er ein kühl-berechnender “Geschäftsmann des Bösen“, der nichts dem Zufall überlässt und mit autoritärer Hand über SPECTRE herrscht.

SPECTRE-Agenten[]

Maximilian Largo[]

M-largo-portrait

Maximilian Largo, Blofelds aalglatter Stellvertreter (gespielt von Klaus Maria Brandauer).

Maximilian Largo, alias Nummer 1, ist Blofelds rechte Hand und als aktiver Part zuständig für SPECTREs großartigstes Unterfangen, die NATO um ein exorbitantes Lösegeld zu erpressen. Seiner Verantwortung obliegt das Sicherstellen und Verwahren der beiden mit Nuklearsprengköpfen ausgestatteten Raketen, wobei er von seinem mobilen Hauptquartier, der Luxusyacht Flying Saucer aus operiert.
Obwohl er sich in der Öffentlichkeit als weltmännischer Philanthrop gibt, ist er eigentlich vollkommen skrupellos und ein unberechenbarer Psychopath. Während der finalen Unterwasserschlacht gegen Bond wird er von seiner eigenen Geliebten Domino Petachi mit einer Druckluft-Harpune erschossen, als Vergeltung für den Mord an ihrem Bruder Jack, den er in Auftrag gegeben hat.

Verkörpert wurde der selbstgefällige Lebemann vom österreichischen Schauspieler und Charakterdarsteller Klaus Maria Brandauer (*1943), der sich auch selbst auf Deutsch synchronisierte.

Fatima Blush[]

Fatima-portrait

Fatima Blush, verführerisch, sadistisch und eine der Top-Attentäterinnen SPECTREs (gespielt von Barbara Carrera).

Fatima Blush, alias Nummer 12, ist eine von SPECTREs Top-Attentäterinnen. Sie wurde von Largo beauftragt, den mit Heroin gefügig gemachten US-Air-Force-Captain Jack Petachi zu beaufsichtigen und ihn, nachdem er der Verbrecherorganisation den Zugriff auf die Nuklearraketen verschafft hat, zu beseitigen. In ihrem Hang zum Sadismus gerät sie beim Töten immer wieder in eine regelrechte sexuelle Ekstase und hat neben traditionellen Schusswaffen eine besondere Vorliebe für exotische Waffen und Tötungswerkzeuge wie zum Beispiel eine Giftschlange.
Sie versucht mehrfach, James Bond auszuschalten – zunächst indem sie ihm den Killer Lippe auf den Hals hetzt. Bei anderer Gelegenheit will sie ihn von einem abgerichteten Hai zerfetzen lassen und kurz darauf deponiert sie eine Zeitbombe unter dem Bett seines Hotelzimmers. Zuletzt kommt sie durch eine Explosion ums Leben, ausgelöst von einer als Füller getarnten Miniaturrakete.

Dargestellt wurde die extravagante Auftragsmörderin von der US-amerikanischen Schauspielerin Barbara Carrera (*1945).
In der deutschen Übersetzung wurde sie von Ursula Heyer (*1940) gesprochen.

Mr. Lippe[]

Lippe-portrait

Lippe, der fast übermenschlich starke “Mann für’s Grobe“ (gespielt von Pat Roach).

Mr. Lippe ist einer von SPECTREs “Männern für’s Grobe“, der von Nummer 12 alias Fatima Blush angeheuert wird, um James Bond, der auf Befehl von M im Nobel-Sanatorium Shrublands seinen Körper entgiften soll, zu liquidieren. Mit beinahe übermenschlicher Kraft und einer in seinem Gürtel verborgenen elastischen Stahlrute, prügelt er sich mit dem MI6-Agenten quer durch das Sanatorium, bis dieser im halbzertrümmerten Labor ein Glas zu fassen bekommt und es dem Schläger ins Gesicht kippt. Das Glas enthielt, wie sich später ironischerweise herausstellt, eine Urinprobe Bonds.
Hysterisch schreiend und offenbar erblindet, taumelt Lippe zurück und prallt mit vollem Körpergewicht gegen ein Regal voller Reagenzgläser, Kolben und Fläschchen. Von den Splittern der zu Bruch gegangenen Glaskörper wird er durchbohrt und sinkt tödlich verwundet zu Boden.

Gespielt wurde der muskelbepackte Attentäter mit dem wohl selbstironischsten aller Bond-Filmtode vom hünenhafte 1,96m großen britischen Profi-Wrestler und Charakterdarsteller Pat Roach (*1937, †2004).

Zitate[]

  • “Plangemäß wurde ein Offizier der amerikanischen Air-Force mit einer erbarmungslosen Geliebten vertraut gemacht – Heroin! Ich darf annehmen, dass er inzwischen zu einem gehorsamen Instrument geworden ist?“
    Blofeld geht die einzelnen Punkte seines Planes durch.
  • “Gestern Morgen hat die amerikanische Air-Force von der Swadley-Airbase in Großbritannien zwei Cruise Missiles gestartet! Durch geniale Manipulation von SPECTRE wurden die Gefechtskopf-Attrappen durch scharfe Nuklearsprengköpfe ersetzt! Ihre Abschreckungs- und Vernichtungswaffen sind also jetzt in unserem Besitz! … Sie stehen jetzt unmittelbar vor einer furchtbaren Katastrophe – diese kann jedoch verhindert werden durch die jährliche Zahlung einer Abgabe Ihrerseits an unsere Organisation! Wir haben dabei fünfundzwanzig Prozent der jährlichen Erdöleinkäufe eines jeweiligen Landes Zugrunde gelegt!
    Wir haben damit zwei der Aufgaben durchgeführt, die den Begriff SPECTRE verkörpern – Terror und Erpressung! Sollten unsere Forderungen nicht innerhalb von sieben Tagen erfüllt werden, werden wir ohne Erbarmen die Dritte anwenden – die Vergeltungsmaßnahmen!“
    Blofelds Ultimatum an die NATO.
  • “Jetzt kann uns nichts mehr aufhalten! Nichts!“
    Blofeld ist sich seines Triumphes sicher.

Sonstiges[]

  • Abgesehen von seinem Körpergewicht (in der Romanvorlage ist er stark übergewichtig) entspricht Max von Sydows Blofeld als kühler Stratege der literarischen Vorlage Ian Flemings um einiges mehr als die “offiziellen“ Filminkarnationen des Charakters. Einzig die weiße Perserkatze wurde, ob des Wiedererkennungswertes, vom filmischen Hauptkanon “entlehnt“.
  • Erstmals belegt Blofeld im SPECTRE-internen Ränge-System nicht die Nummer 1, sondern sein Stellvertreter Largo. Blofeld selbst ist hier der über den Nummern stehende Oberbefehlshaber.
  • Max von Sydow wurde die Rolle des Ernst Stavro Blofeld auf direkte Empfehlung von Bond-Darsteller Sean Connery angeboten, der sich ein höheres Maß an Talent und schauspielerischer Qualität bei der Darstellung des Schurken wünschte. Ironischerweise wurden die meisten Szenen Max von Sydows als Blofeld aus der Kinofassung herausgeschnitten.
  • Es existieren Storyboard-Zeichnungen, laut denen Blofeld sich im Finale von einem Helikopter aus bei Largo nach dem Stand der Operation erkundigt, jedoch Bond sich am anderen Ende der Leitung meldet. Dieser eröffnet ihm, dass sein Plan gescheitert und Largo tot ist, woraufhin Blofeld derart außer sich ist, dass seine Perserkatze hochschreckt, ihn mit ihren vergifteten Krallen kratzt und somit auch er ums Leben kommt.
    Die Szene wurde jedoch, wegen des seinerzeit noch immer regen Rechtsstreits zwischen EON-Productions und Feuerball-Coautor Kevin McClory, schlussendlich nie gedreht.
  • In einer frühen Produktionsphase sollte Hollywood-Legende Orson Welles (*1915, †1985) den Schurken Blofeld spielen. Dieser hatte bereits 1967 in der, ebenfalls “inoffiziellen“, Bond-Parodie Casino Royale den SMERSH-Agenten Le Chiffre verkörpert.
  • Der Film markierte das letzte Erscheinen von Blofeld und SPECTRE in einem Spielfilm bis zur Veröffentlichung von Spectre im Jahr 2015.
  • Der ursprüngliche Arbeitstitel von Sag niemals nie lautete eigentlich James Bond of the Secret Service, durfte aber letztlich wegen der zu großen Ähnlichkeit zu EONs On Her Majesty’s Secret Service (dt.: Im Geheimdienst Ihrer Majestät) nicht benutzt werden.

Nachweise


Dieser Artikel wurde zuletzt am 13. Januar 2025 um 11:25 Uhr geändert.
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