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Karl Stromberg (im Roman zum Film Sigmund Stromberg), der Gründer und Vorstandsvorsitzende der internationalen Stromberg Groß-Reederei, ist der Hauptantagonist im James Bond-Film Der Spion, der mich liebte (The Spy Who Loved Me) von Lewis Gilbert aus dem Jahr 1977 und wurde eigens für den 007-Filmkosmos kreiert.
Der Film hat inhaltlich keinerlei Bezug zu Ian Flemings gleichnamigem Bond-Roman von 1962, da dieser seinerzeit mit seiner Geschichte derart unzufrieden war, dass er beim Verkauf der Filmrechte nur die Benutzung des Titels gestattete.

Gespielt wurde der misanthropische Großunternehmer, der beabsichtigt, “zum Wohle einer neuen, besseren Menschheit“, weltweiten atomaren Genozid zu verüben, vom beeindruckende 1,93m großen deutsch-österreichischen Charakterdarsteller Curd Jürgens (*1915, †1982), der sich mit seiner unverwechselbaren rauchigen Stimme auch selbst auf Deutsch synchronisierte.


Charakterbiographie[]

Die Stromberg-Reederei[]

Stromberg plant von seinem luxuriösen Refugium aus die Vernichtung der gesamten Menschheit.

Über die Vergangenheit des mit Schwimmhäuten zwischen den Fingern geborenen Karl Stromberg ist nur bekannt. Er stammt aus einfachen Verhältnissen und wuchs nach dem frühen Tod seiner Eltern bei seinem Onkel, einem Bestattungsunternehmer auf. Das Beerdigungsinstitut erbte Stromberg bereits als junger Erwachsener, nachdem er den Unfalltod seines Onkels und seiner Tante inszenierte, indem er die Bremsen ihres Autos manipuliert hatte.
Mit rücksichtslosem betrügen trauernder Hinterbliebener, sowie mit Leichenfledderei konnte er sein Unternehmen expandieren und legte so den Grundstein für sein späteres Vermögen. Einige Jahre später knüpfte er den Kontakt zu einem dubiosen Geschäftsmann, der ein kleines Frachtschiff-Unternehmen unterhielt und Verbindungen zum organisierten Verbrechen pflegte.

Stromberg wurde sein Partner und räumte bald darauf auch ihn aus dem Weg und übernahm sein Geschäft. Während der folgenden Jahre baute er es mit Skrupellosigkeit und aggressiver Expansion zu seinem eigenen Reederei-Imperium, der Stromberg-Schifffahrtslinie aus und mehrte seinen privaten Wohlstand ins schier Unermessliche. Sein exorbitanter Reichtum hat es ihm gestattet, eine gewaltige, futuristische, auf vier hydraulischen Beinen ruhende Zitadelle, genannt Atlantis, mitten im Ozean vor der Küste Sardiniens bauen zu lassen, welche er ganz nach Belieben per Knopfdruck auf den Meeresgrund hinabsinken lassen kann.

In diesem Domizil, in dem er auch ein riesiges Laboratorium zur Erforschung der Meere unterhält, lebt er zurückgezogen und fernab der übrigen Menschheit, die er aus tiefster Seele verabscheut und ersinnt im Laufe der Zeit einen folgenschweren Plan, der die Vernichtung der gesamten Zivilisation nach sich zieht.

Der USA-Sowjetunion Konflikt[]

Stromberg beauftragt Profi-Killer Beißer mit der Eliminierung Bonds.

Im Geheimen hat er sein Flaggschiff Liparus, den weltweit zweitgrößten Öltanker, umbauen lassen, sodass der Bug sich wie der Rachen eines gigantischen Leviathans öffnen kann. Dieses schickt er aus, um je ein US-amerikanisches und ein sowjetisches Militär-U-Boot mit Nuklearraketenbewaffnung zu stehlen und diese zu benutzen, um New York City und Moskau zu zerstören und die Welt somit in einen alles vernichtenden Atomkrieg zu stürzen.

Während die in seinen Augen hoffnungslos korrupte und dekadente Menschheit sich gegenseitig auslöscht, beabsichtigt er in der Unterwasserstadt Atlantis II, einer um ein Vielfaches größeren Version seines Anwesens, eine neue, “bessere und reinere“ Rasse zu erschaffen, die unter seiner alleinigen Herrschaft sicher im Schoß des Meeres leben und gedeihen soll.

Bond, James Bond[]

Stromberg hat James Bond und Major Amasova in seiner Gewalt.

Als der britische Geheimagent James Bond auf den Fall der verschwundenen U-Boote angesetzt wird und dabei Strombergs Machenschaften immer näher kommt, setzt dieser die beiden Profi-Killer Beißer und Sandor auf ihn an. Diesem gelingt es jedoch, die Schläger abzuschütteln und an Bord der Liparus, zusammen mit den festgesetzten U-Boot-Mannschaften, Stombergs Besatzung auszuschalten und den inszenierten Atomkrieg abzuwenden, indem er die Zielkoordinaten der in Stromberg I und Stromberg II umbenannten und in Stellung gegangenen, geraubten U-Boote verändert, sodass sie sich gegenseitig vernichten.

Stromberg bricht, von Bonds Schüssen tödlich verwundet, zusammen.

Währenddessen ist Stromberg selbst, mit der sowjetischen Agentin Anya Amasova als Geisel zur Atlantis zurückgekehrt, wird jedoch von Bond, der ihnen gefolgt ist, in seinem Speisezimmer gestellt. Nachdem der hartnäckige britische Agent bereits die Falltür im Aufzug, die direkt in ein Haifischbecken führt, überwunden hat, versucht Stromberg ihn abzulenken, um ihn dann mit einer unter der langen Tafel angebrachten Miniraketen-Abschussvorrichtung zu erschießen.
Nachdem er in letzter Sekunde ausgewichen ist, feuert Bond die verbliebenen Kugeln seiner Walther PPK auf ihn ab und Karl Stromberg sinkt, tödlich getroffen, in sich zusammen.

Erscheinungsbild & Persönlichkeit[]

Karl Stromberg bevorzugt bequeme, nichtsdestotrotz exklusive Kleidung und umgibt sich gerne mit Luxus.

Karl Stromberg ist ein großer, älterer Mann mit hoher Stirn, dünnem, silbrig-weißem Haar und kalten, blauen Augen. Er ist bevorzugt in bequeme, extravagante graue oder weinrote Zweiteiler aus edlen Materialien wie Samt gekleidet. Als ergänzendes Accessoire trägt er dazu häufig Schals oder Halstücher aus Seide.

Wie die meisten Gegenspieler James Bonds, die irgendeine Form von Entstellung oder eine andere physische oder psychische Besonderheit aufweisen, hat auch Karl Stromberg ein ganz persönliches Charakteristikum:
Er hat Schwimmhäute zwischen den Fingern und wohl nicht zuletzt deshalb eine tiefsitzende Aversion gegen das Händeschütteln und zudem eine recht unberechenbare Natur, ähnlich den Gezeiten der Ozeane, denen er sich um ein vielfaches zugehöriger fühlt, als allem Lebewesen auf dem Festland.

Da er sich geradezu zwanghaft dem maritimen Leben verbunden fühlt, hat er keinerlei Skrupel für die Durchsetzung seiner persönlichen Ziele zu töten oder gar einen Großteil der von ihm verhassten Menschheit einfach auszurotten.

Auftritte in anderen Medien[]

Firmenlogo der "Stromberg-Schifffahrtslinie".

  • 1977: James Bond, The Spy Who Loved Me: Der Roman zum Film – Geschrieben von Christopher Wood mit der Genehmigung von EON-Productions, basierend auf dem eigenen Drehbuch, erschienen bei Triad Books.
    Im Buch wurde Schweden als Strombergs Geburtsland festgelegt und sein Vorname in Sigmund geändert. Die Vorgeschichte zu seinen Jugendjahren und seinen unmoralischen Anfängen als Skrupelloser Geschäftsmann fand aus Zeitgründen keinen Platz im Film, sind jedoch ebenfalls Teil des Romans zum Film. Zudem ist er derjenige, der den Ärzten befiehlt, dem halbtot geschlagenen Beißer das markante Stahlgebiss zu implantieren, ehe er ihn in seine Dienste nimmt; desweiteren wurde ein Bezug zum sowjetischen Geheimdienst SMERSH hergestellt.

Zitate[]

  • "Annullierung des Transfers von zwanzig Millionen Dollar! Benachrichtigung der nächsten Angehörigen über das tragische Unglück und den Tod von Professor Markovic und Doktor Beckmann… Die Beisetzung fand auf See statt!"
    Karl Strombergs Anweisungen, nachdem er den Hubschrauber seiner beiden Wissenschaftler gesprengt hat.
  • "Warum versuchen wir den Weltraum zu erobern, wenn noch sieben Zehntel unseres Planeten unerforscht sind – Die Welt des Meeres?! […] Ich bin immer bestrebt, mein Leben auf meine Weise zu leben – und in einer Umgebung, mit der ich mich identifizieren kann. Das ist ein Privileg des Reichtums!"
    Karl Stromberg zu James Bond.
  • "Sie haben genau zwei Minuten Zeit, die Luken zu öffnen und Ihr Boot zu übergeben! Andernfalls droht Ihnen Exterminierung durch Zyanid-Gas!"
    Karl Strombergs Ultimatum an den U-Boot-Kommandanten.
  • STROMBERG: "Um zwölf Uhr werden sie [die U-Boote Anm.] ihre Abschussposition erreicht haben und Minuten später haben New York und Moskau aufgehört zu existieren! Globale Vernichtung ist die Folge und ein neues Zeitalter bricht an!"
    BOND: "Sie haben Ihren Standpunkt klar gemacht! Also, wieviel wollen Sie?!"
    STROMBERG: "Wieviel?! Was meinen Sie damit, Mr. Bond?"
    BOND: "Ich meine den Preis dafür, dass Sie die Nuklearraketen nicht abfeuern!"
    STROMBERG: "Sie denken in anderen Kategorien, Mr. Bond! Ich bin nicht an Geld interessiert – ich werde das Gesicht der Welt verändern!"
    AMASOVA: "Indem Sie sie vernichten?!"
    STROMBERG: "Indem ich sie neu erschaffe! Eine neue, wundervolle Welt im Schoß der Ozeane! Unsere Zivilisation, unsere Lebensweise ist korrupt! Dekadent! Unaufhaltsam zerstört sie sich selbst… Ich beschleunige lediglich diesen Prozess!"
    AMASOVA: "Das gibt Ihnen noch lange nicht das Recht zum Massenmord!"
    STROMBERG: "Dafür, Major, nehme ich gelassen das Urteil der Nachwelt in Kauf!"
    Karl Stromberg offenbart seinen Widersachern seinen Plan.
  • BOND: "Ihre Uhr läuft ab, Stromberg!"
    STROMBERG: "Ihre auch, Mr. Bond, Ihre auch! Und schneller, als Sie denken!"
    Karl Strombergs letzte Konfrontation mit James Bond.

Sonstiges[]

  • Karl Stromberg ist der erste Gegenspieler James Bonds, dessen großer Plan keinerlei finanzielle Bereicherung beinhaltet, sondern sich ausschließlich mit “einem höheren Ziel“ befasst.
  • Eine der Hauptinspirationsquellen für Karl Stromberg war der geheimnisvolle Antiheld Kapitän Nemo aus Jules Vernes Abenteuerroman 20.000 Meilen unter dem Meer von 1869.
  • Die Schwimmhäute zwischen Strombergs Fingern sind unter den Zusehern und Fans des Bond-Franchise oftmals Gegenstand von Diskussionen, insbesondere ob sie denn überhaupt vorhanden sind oder nicht. Waren sie seinerzeit auf der großen Kino-Leinwand für das Publikum gut erkennbar, kann dieses Detail auf den Fernsehbildschirmen zuweilen durchaus übersehen werden – zumal es sich um einen äußerst subtilen Makeup-Effekt handelt.
    Kreiert wurden die dezenten Latex-Schwimmhäute von Makeup-Artist Paul Engelen (*1949).
  • Zu einem frühen Zeitpunkt der Produktion war gedacht, dass der Hauptgegenspieler des Filmes Ernst Stavro Blofeld sein sollte. Aufgrund interner Urheberrechtsstreitigkeiten kam man jedoch von dem Plan ab und erschuf die Figur des Stromberg, der nichtsdestotrotz einige augenfällige Parallelen zu James Bonds Erznemesis aufweist wie z.B.: das futuristische Hauptquartier, den Masterplan einen internationalen Konflikt anzuzetteln und sich die Weltherrschaft zu sichern.
  • Weite Teile von Strombergs Masterplan wurden vom Bond-Film Man lebt nur zweimal von 1967 “recycelt“, wo Blofeld ein eigens konstruiertes Gefährt in die Umlaufbahn schießt, mit dem er amerikanische- und sowjetische Raumkapseln entführt, um auf diese Weise einen Krieg zwischen den beiden Nuklear-Großmächten zu provozieren.
  • Strombergs gewaltiger Öltanker Liparus wurde als knapp zwei Meter langes Modell gebaut und wurde von einem Chevrolet 350 V8-Motor angetrieben. Das Modell-Schiff war dem Äußeren nach dem gleichnamigen Tanker des Shell-Konzerns nachempfunden, der 1983 verkauft und in Paradise umbenannt wurde. Das Schiff wechselte in den Folgejahren mehrfach den Eigentümer und wurde 2003 in China endgültig verschrottet.

Galerie[]

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